Kfz-Versicherung

Kaum etwas anderes erfreut sich unter den Deutschen einer derart großen Beliebtheit: Die Rede ist natürlich vom eigenen Auto. Mindestens genauso wichtig wie das Auto selbst ist natürlich auch der Schutz von deinem Fahrzeug. Besonders als Fahranfänger kann man aber schnell den Überblick über die verschiedenen Versicherungen und Tarife verlieren. Wie unterscheiden sich die Kfz-Versicherungen? Was ist der Unterschied zwischen Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko? Und welche Versicherung schreibt mir der Gesetzgeber vor?

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Wusstest du schon?

Jedes Jahr ereignen sich auf den deutschen Straßen rund 2,5 Mio. Unfälle. Glücklicherweise bleibt es dann meistens nur bei Blechschäden. Der häufigste Grund für einen Verkehrsunfall ist übrigens das Abkommen von der Fahrbahn (16% aller Unfälle). Außerdem spielen oft eine überhöhte Geschwindigkeit (10%), ein gefährliches Überholmanöver (7%) oder ein zu geringer Sicherheitsabstand (7%) bei Unfällen eine Rolle.

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Das musst du über Kfz-Versicherungen wissen!

Wie lassen sich Kfz-Versicherungen unterscheiden?

Der Begriff „Kfz-Versicherung“ ist im Grunde ein Sammelbegriff für verschiedene Versicherungen. Grundsätzlich sind Schäden an fremden Autos oder Personen immer mit deiner Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Darüber hinaus gibt es aber auch noch die Kfz-Teilkasko und die Kfz-Vollkasko, die auch für Schäden an deinem eigenen Kfz aufkommen.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Als Fahrzeughalter und Fahrer haftest du für alle Schäden, die du mit deinem Auto im Straßenverkehr verursachst. Diese Haftung trägt in diesem Fall deine Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Wenn du also einen Unfall verursachst, übernimmt diese die Schadensersatzansprüche der geschädigten Verkehrsteilnehmer. Darunter können zum Beispiel Kosten für eine Fahrzeugreparatur oder auch ein Schmerzensgeld sein. Wichtig ist, dass die Schäden an deinem Auto nicht von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen werden, wenn du den Unfall selbst zu verschulden hast.

Kfz-Teilkasko

Dabei handelt es sich um eine Kfz-Haftpflichtversicherung, die auch für einzelne Schäden an deinem eigenen PKW aufkommt. Darunter fallen z.B. Schäden durch Sturm, Schäden durch einen Wildunfall, Glasschäden oder Schmorschäden (Mängel bei der Verkabelung der Fahrzeugelektronik). Unfälle durch dein Eigenverschulden werden mit ihr aber nicht abgedeckt. Eine Kfz-Teilkasko kann anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung immer freiwillig abgeschlossen werden und ist kein Muss, um in Deutschland am Straßenverkehr teilnehmen zu können.

Kfz-Vollkasko

Mit dieser Vollkaskoversicherung werden alle Schäden abgedeckt, auch wenn du diese selber zu verschulden hast. Auch Schäden durch einen Dritten mit Unfallflucht werden von deiner Kfz-Vollkaskoversicherung übernommen. Wie auch bei der Kfz-Teilkasko ist der Abschluss ebenfalls freiwillig und keine Vorgabe, um am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen.

Das musst du außerdem über Kfz-Versicherungen wissen!

Welche Kfz-Versicherung passt zu mir?

Der Gesetzgeber schreibt dir vor, dass du für die Teilnahme am Straßenverkehr mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung benötigst. Ob du dich dann in deinem Vertrag zusätzlich für eine Kfz-Teilkasko oder Vollkasko entscheidest, bleibt immer von dir und deinen Bedürfnissen abhängig.

Grundsätzlich raten wir dir aber, einen neuwertigen Wagen mindestens mit einer Kfz-Teilkasko zu versichern. Eine Kfz-Vollkasko ist in den meisten Fällen sogar die bessere Alternative, wenn es sich um einen Neuwagen mit hohem Restwert handelt. Wenn du aber ein älteres Auto mit einem sehr geringen Restwert fährst, lohnt sich lediglich der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung. Eine Kfz-Vollkasko wäre bei dem geringen Wert deines Autos für dich in diesem Fall zu teuer.

So berechnet sich der Beitrag zur Kfz-Versicherung

Dein monatlicher Beitrag für die Kfz-Versicherung ist von mehreren Faktoren abhängig. Welche das genau sind und warum du als Fahranfänger meistens einen hohen monatlichen Beitrag hast, erklären wir dir jetzt.

Regionalklasse

Der Beitrag deiner Versicherung richtet sich auch nach der Region, wo dein Fahrzeug zugelassen wurde. Verkehrsunfälle passieren von Region zu Region immer unterschiedlich häufig. Die Unfallhäufigkeit wird genau für jede Region mit einer statistischen Unfallauswertung ermittelt. Wenn du dein Fahrzeug in einem Ballungsraum mit statistisch vielen Verkehrsunfällen zugelassen hast, wird dein Versicherungsbeitrag auch etwas höher ausfallen. Denn das Risiko, dass du selbst in einen Unfall verwickelt wirst ist für dich und deine Versicherung dementsprechend höher.

Typklasse des Fahrzeugs

Ähnlich der Regionalklasse wird auch für jeden Fahrzeugtyp eine Unfall- und Schadensbilanz ermittelt. Diese beschreibt das jeweilige Unfallrisiko der einzelnen Fahrzeugtypen und wirkt sich dadurch auf deinen Beitrag aus. Dieser kann steigen, wenn du beispielsweise ein Fahrzeug fährst, das statistisch öfters als andere Fahrzeugtypen in Unfällen verwickelt wird.

Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) und SF-Rabatt

Der größte Faktor für die Berechnung des Beitrags ist die Schadensfreiheitsklasse und der daraus resultierende SF-Rabatt).

Deine Schadensfreiheitsklasse richtet sich immer nach den Jahren, die du schadensfrei gefahren bist. Bist du ein Jahr schadensfrei gefahren, befindest du dich in der höchsten SF-Klasse 1. Bei 8 Jahren ohne Schadensfall würdest du dich dann in der SF-Klasse 8 befinden.

Je niedriger deine Schadensfreiheitsklasse (d.h. je mehr „schadensfreie“ Jahre), umso geringer dein Versicherungsbeitrag.

Jedoch kann es vereinzelt zu Unterschieden zwischen den Anbietern kommen. Dieser Unterschied macht sich im SF-Rabatt bemerkbar. So kann es beispielsweise in der SF-Klasse 8 sein, dass du bei Versicherung A 40% Rabatt durch die SF-Klasse erhältst, während es bei Versicherung B nur 35% sind.

Tipps und Tricks für dich!

Partnerwerkstätten mindern den Beitrag!

Führe Reparaturen in Partnerwerkstätten der Versicherung durch. Diese Werkstattbindung kann vertraglich vereinbart werden und sich kostenmindernd auf deinen Beitrag zur Kfz-Versicherung auswirken.

„Verzicht auf Einwand bei grober Fahrlässigkeit?“

Beinhaltet deine Kfz-Versicherung den „Verzicht auf Einwand bei grober Fahrlässigkeit“? Diese Vertragsklausel sorgt dafür, dass deine Versicherung auch Schäden übernimmt, die bei der Missachtung der Straßenverkehrsordnung (Überfahren einer roten Ampel, Missachten der Vorfahrt) entstehen. Achte immer darauf, dass dies auch auf deinen Vertrag zutrifft.

Genügend Deckungssumme?

Wir empfehlen dir, mit deiner Versicherung einen ausreichend hohen Deckungsbeitrag von mindestens 100 Mio. € zu vereinbaren. Ein Deckungsbeitrag dieser Höhe wirkt sich auf deinen Beitrag nicht besonders stark aus.