Lebensversicherungen (mit Kapitalbildung)

Schon seit vielen Jahrzehnten sind Lebensversicherungen im Versicherungs- und Finanzwesen ein fester Bestandteil. Besonders im Bereich der Risikoabsicherung und der Altersvorsorge sind sie bei den Deutschen sehr beliebt. Wir erklären dir, was genau Lebensversicherungen sind und wie man diese unterscheiden kann. Außerdem geben wir dir noch wichtige Tipps und Tricks rund um dieses Thema mit an die Hand.

Wusstest du schon?

Im Grunde genommen handelt es sich bei einer „Lebensversicherung“ erstmal nur um einen Sammelbegriff: Lebensversicherungen lassen sich in verschiedene Formen unterscheiden. Am leichtesten fällt die Unterscheidung nach dem Zweck der jeweiligen Lebensversicherung. Zum einen gibt es die „normalen“ Lebensversicherungen mit Kapitalaufbau und die Risiko-Lebensversicherungen.

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Das musst du über Lebensversicherungen wissen!

Normale Lebensversicherung mit Kapitalaufbau

Heutzutage begegnet uns am häufigsten die kapitalbildende Lebensversicherung. Sie dient dem Zweck der Altersvorsorge, da am Ende einer vorher vereinbarten Laufzeit das eingezahlte Kapital mit Überschüssen an dich ausgezahlt wird.

Der Auszahlungstermin richtet sich anders als bei einer privaten Rentenversicherung aber nicht nach dem Renteneintritt, sondern kann von dir immer individuell festgelegt werden (meistens ist die Auszahlung ab 62 Jahren möglich).

Doch nicht nur der Kapitalaufbau spielt bei dieser Form der Lebensversicherung eine große Rolle, denn: Falls du vor dem Ablaufdatum deiner Lebensversicherung sterben solltest, wird eine so genannte Todesfallleistung fällig, die direkt an die Hinterbliebenen geht. So bleiben deine Hinterbliebenen bei deinem Todesfall finanziell abgesichert.

Der Beitrag zur Lebensversicherung mit Kapitalaufbau lässt sich zum einen in den Sparanteil, den Risikoanteil und den Kostenanteil gliedern. Der Sparanteil ist im Vergleich zum Risiko- und Kostenanteil bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung immer am größten.

Update: Der Garantiezins und Alternativen

Kapitalbildende Lebensversicherungen werden monatlich von dir bespart. Die Beiträge fließen direkt zur Versicherungsgesellschaft und werden dort von ihr verwaltet. Nach der Ansparphase, die in der Regel einige Jahrzehnte dauert, wird das eingezahlte Kapital mit einem Überschussanteil in einer Summe an dich zurückgezahlt. Es findet also keine „Verrentung“ statt.

Bei einigen Lebensversicherungen wird dir ein Garantiezins angeboten. Dieser drückt die Verzinsung deiner eingezahlten Beiträge (nach den Kosten) aus und lag im Jahr 2017 bei 0,9%. Wie du siehst, ist diese Verzinsung aktuell leider sehr niedrig, was der anhaltenden Niedrigzinsphase geschuldet ist.

Deswegen legen viele Versicherungen ihr Kapital nicht mehr direkt am Geld-und Kapitalmarkt an, sondern investieren das Sparkapital der Versicherungsnehmer in Fonds. Diese Form der Lebensversicherung nennt man „fondsgebunden“. Die Folge ist, dass die Rendite für fondsgebundene Verträge höher ausfällt. Jedoch kann es auch zu einem Verlust der eingezahlten Beiträge kommen. Das ist zwar eher unwahrscheinlich, kann aber nie komplett ausgeschlossen werden

Das musst du außerdem wissen!

Risiko-Lebensversicherung

Diese Form der Lebensversicherung dient nur der Todesfallabsicherung. Wie auch bei einer Lebensversicherung mit Kapitalaufbau wird eine Todesfallsumme an deine Hinterbliebenen ausgezahlt, wenn du während der Vertragslaufzeit versterben solltest. Es findet aber anders als bei der kapitalbildenden Lebensversicherung kein Kapitalaufbau statt. Deshalb ist eine reine Risiko-Lebensversicherung für die Altersvorsorge ungeeignet.

Beachte, dass du die eingezahlten Beiträge bei einer Risiko-Lebensversicherung zu keinen Zeitpunkt zurück erhältst. Dementsprechend ist der Beitrag für eine Risiko-Lebensversicherung natürlich geringer, da du bei ihr keinen Sparanteil, sondern nur den Risiko- und Kostenanteil hast.

Der Unterschied zur privaten Rentenvorsorge

Möglicherweise erscheinen dir beide Formen der Altersvorsorge sehr ähnlich. Das ist nicht verwunderlich, denn die Grundzüge sind sowohl bei der kapitalbildenden Lebensversicherung als auch bei der privaten Rentenversicherung sehr ähnlich. Mittlerweile gibt es auch einige Mischformen, die das ganze noch undurchsichtiger machen. Merke dir deshalb am besten:

Der Grundgedanke einer Lebensversicherung ist die Absicherung der Hinterbliebenen bei Todesfall. Bei einer privaten Rentenversicherung ist es die spätere Altersvorsorge. Dennoch kann sich eine Lebensversicherung mit Kapitalbildung als Unterstützung zur Altersvorsorge anbieten.

Kann ich meine Lebensversicherung vorzeitig kündigen?

Ja, solange du die Kündigungsfristen deiner Versicherung beachtest. Bei einer Kündigung erhältst du wie auch bei einer privaten Rentenversicherung einen Rückkaufswert ausgezahlt. Dieser berechnet sich aus deinen bisher eingezahlten Beiträgen minus der anfallenden Kosten. Somit fällt bei einer Kündigung in den ersten Jahren (durch die Kostenverrechnung zu Beginn der Vertragslaufzeit) der Rückkaufswert meistens deutlich geringer aus als die Summe der eingezahlten Beträge.

Tipps und Tricks für dich!

Der wichtigste Tipp!

Der wohl wichtigste Tipp von unserer Seite: Informiere dich vor Vertragsabschluss genau über die Lebensversicherung und stelle dir die folgenden Fragen:

Welche Art der Lebensversicherung liegt vor mir? (klassisch mit Garantiezins oder fondsgebunden, mit oder ohne Kapitalaufbau)

Wie hoch sind die Abschlusskosten und (laufenden) Verwaltungskosten?

Ist mir eine Rückzahlung der eingezahlten Beiträge garantiert? (besonders wichtig bei der fondsgebundenen Variante) bzw. wie hoch fällt die Rückzahlung voraussichtlich aus?

Nicht kündigen, sondern beitragsfrei stellen!

Wie bereits oben erwähnt, führt eine vorzeitige Kündigung einer Lebensversicherung meistens zu einem kleinen Verlust. Deswegen lohnt es sich immer, den Vertrag stattdessen einfach beitragsfrei zu stellen oder die Lebensversicherung an eine dritte Person zu verkaufen. Besonders Alt-Verträge haben meistens noch einen hohen Garantiezins und sind auf dem Markt bei Privatanlegern sehr gefragt.

Lebensversicherung bei einer Baufinanzierung!

Besonders bei einer Baufinanzierung lohnt sich der Abschluss einer Risikolebensversicherung. Denn falls du als Kreditnehmer verstirbst, kann mit der Todesfallsumme die Restschuld beglichen werden. Die Voraussetzung dafür ist natürlich auch, dass du für diesen Fall eine ausreichend hohe Todesfallsumme mit deiner Versicherung im Vertrag festlegst.