Private Unfallversicherung

Keiner kann sie kommen sehen, doch sie können jederzeit auch dich treffen: Die Rede ist natürlich von unvorhersehbaren Unfällen. Glücklicherweise kannst du dich dagegen mit einer privaten Unfallversicherung absichern. Doch macht eine private Unfallversicherung überhaupt Sinn? Denn schließlich sichert dich dein Arbeitgeber doch auch mit einer Unfallversicherung ab, oder? Auf diese Frage werden wir später noch genauer eingehen. Außerdem erklären wir dir, warum eine private Unfallversicherung sinnvoll ist, wann sie für dich leistet und geben dir wie gewohnt noch einige Tipps und Tricks an die Hand.

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Wusstest du schon?

Durchschnittlich ereignen sich jährlich rund doppelt so viele Unfälle mit Todesfolge im Haushalt als tödliche Verkehrsunfälle auf den deutschen Straßen. Und rund 70% aller Unfälle passieren in der Freizeit. Warum gerade diese Tatsache eine entscheidende Rolle spielt, erfährst du jetzt.

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Das musst du über die private Unfallversicherung wissen!

Die Definition eines Unfalls

Bei einem Unfall handelt es sich um ein unfreiwilliges und plötzliches, von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis, bei der die Person eine Schädigung der Gesundheit erhält. Die Abkürzung dieser Definition lautet übrigens „PAUKE“. Mit dieser kann man sich die Definition eines Unfalls einfach merken. Einige Versicherer leisten auch bei Unfällen, die als Folge von bestimmten Krankheiten oder Medikamenten entstehen. Das ist aber zwangsläufig nicht immer bei jeder privaten Unfallversicherung der Fall. Informiere dich deshalb immer, wann genau deine private Unfallversicherung auch wirklich leistet. Somit vermeidest du im Ernstfall ein böses Erwachen.

Private Unfallversicherung vs. Unfallversicherung vom Arbeitgeber

Als Arbeitnehmer bist du in Deutschland grundsätzlich sozialversichert. Jeden Monat teilst du dir mit deinem Arbeitgeber zusammen die Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung und die Unfallversicherung. Jetzt wirst du vielleicht denken, dass die gesetzliche Unfallversicherung völlig ausreichend ist.

Das ist aber leider nicht so. Grundsätzlich leistet diese nur bei Unfällen, die entweder direkt in der Arbeit passieren oder auf dem Weg von der Arbeit oder dorthin. Unfälle in deiner Freizeit sind mit ihr nicht abgesichert. Und das, obwohl wie bereits oben erwähnt, rund 70% der Unfälle in der Freizeit passieren.

Genau aus diesem Grund empfiehlt sich eine private Unfallversicherung. Diese deckt auch Unfälle ab, die dir außerhalb der Arbeit während deiner Freizeit passieren. Somit schließt du die Lücken der gesetzlichen Unfallversicherung. Doch was versteht man eigentlich genau unter einem Unfall?

Für wen lohnt sich eine Unfallversicherung?

Für Angestellte: Wie wir bereits geklärt haben, leistet eine gesetzliche Unfallversicherung nicht für die Art von Unfällen, die dir in deiner Freizeit passieren. Aus diesem Grund empfehlen wir den Abschluss einer privaten Unfallversicherung.

Selbstständige und Freiberufler: Da diese nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung pflichtversichert sind, macht besonders bei der Berufsgruppe der Selbstständigen und Freiberufler eine private Unfallversicherung viel Sinn.

Hausmänner-/Frauen: Als Hausmann oder Hausfrau bist du ebenfalls nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung mitversichert. Mit einer privaten Unfallversicherung kannst du das ändern.

Kinder: Besonders in jungen Jahren ist die Wahrscheinlichkeit für Unfälle sehr hoch. Deswegen ist es wichtig, in Sachen Unfallschutz auch an die Kleinen zu denken. Außerdem werden Kinder, die noch keinen Kindergarten besuchen, nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Für genügend Schutz kann dann nur eine private Unfallversicherung sorgen.

Das musst du außerdem über die private Unfallversicherung wissen!

Welche Leistungen erwarten mich bei einer privaten Unfallversicherung?

Bei einer Unfallversicherung gibt es verschiedene Arten von Leistungen. Wir stellen dir die Wichtigsten kurz und übersichtlich vor:

Die Invaliditätsleistung:

Bei Invalidität (dauerhafter Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit) wird dir oder deinen Hinterbliebenen (bei Todesfall der versicherten Person) eine vorher vereinbarte Summe an Kapital ausgezahlt. Dieses Kapital nennt man Invaliditätsleistung. Mit dieser Leistung können die Kosten gedeckt werden, die als Folge des Unfalls entstehen können (Kosten für Medikamente, Therapien, der behindertengerechte Umbau der Wohnung oder als Ausgleich für das Wegfallen des Gehalts).

Beachte, dass die Invaliditätsleistung nicht immer gleich hoch ausfällt. Die Höhe richtet sich immer nach der „Gliedertaxe“. In dieser wird genau festgelegt, wie hoch deine Invaliditätsleistung bei einer bestimmten körperlichen Beeinträchtigung ausfällt. Für jede Beeinträchtigung erhältst du einen vorher vereinbarten Prozentsatz der Invaliditätsleistung. So werden dir für den Funktionsverlust von deinem Arm z.B 70% der Invaliditätssumme ausgezahlt, während du bei einem Funktionsverlust des Ringfingers z.B 5% bekommst.

Bei der Invaliditätsleistung kannst du außerdem eine Progression festlegen. Mit dieser hast du die Möglichkeit, deine Versicherungssumme bei einem hohen Invaliditätsgrad oder der Vollinvalidität um ein Vielfaches zu steigern. Wir raten dir, bei deiner Unfallversicherung mindestens eine Progression von 350% zu vereinbaren. Das bedeutet im Klartext, dass bei Vollinvalidität rund 350% der Invaliditätsleistung an dich ausgezahlt werden. Die Progression eignet sich also dazu, um bei einem schweren Unfall mit hohem Invaliditätsgrad eine ausreichende Kapitalleistung zu erhalten.

Weitere Leistungen einer Unfallversicherung

Unfallrente: Monatliche Zahlung, Voraussetzung dafür ist grundsätzlich ein bestimmter Invaliditätsgrad (unterschiedlich je Vertrag).

Schmerzensgeld: Kapitalleistung für Verletzungen, die nicht zwingend zur Invalidität führen (z.B. ein Armbruch oder Schnittverletzungen).

Krankenhaustagegeld: Bei Behandlung in einem Krankenhaus erhältst du für jeden Tag einen vorher vereinbarten Geldbetrag von deiner privaten Unfallversicherung ausgezahlt.

Bergungskosten: z.B. für eine Rettung durch einen Helikopter. Diese Kosten übernimmt deine privaten Unfallversicherung.

Kosten für kosmetische Operationen: Wenn du keine private Unfallversicherung hast, werden diese von deiner gesetzlichen Unfallversicherung nicht übernommen.

Tipps und Tricks für dich!

W-Fragen klären!

Stelle dir diese W-Fragen: Wann leistet die Versicherung? Wie leistet Sie? Wie hoch fällt die Leistung aus? Welche Unfälle und Leistungen fallen nicht unter den Versicherungsschutz? Mit diesen Fragen kannst du dir einen guten Überblick über die verschiedenen Anbieter machen. Teilweise unterscheiden sich die einzelnen Verträge der Versicherung sehr stark! Auch hier lohnt sich immer der Vergleich.

Leistungen der Versicherung hoch ansetzen!

Achte immer auf die Vollinvaliditätsleistung und die Progression! Setze diese hoch an! Bei einer erhöhten Invalidität oder Vollinvalidität können die Kosten für Renovierungsmaßnahmen und die häusliche Pflege unglaublich hoch ausfallen. Genau deswegen musst du immer darauf achten, die (Voll-)invaliditätsleistung und Progression ausreichend hoch anzusetzen.